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Nichts zu holen

Montag, 1. April, 2019 | B-Jugend



HSV Mölkau – LHV Nord 38:16 (18:9)

Am vergangenen Samstag trat unsere wJB beim HSV Mölkau an. Beim Spiel des Tabellenzweiten gegen den Tabellendritten war Spannung und ein heißer Kampf um wichtige Punkte im Rennen um die Medaillen zu erwarten. Unsere Mädels waren hoch motiviert. Uns allen war klar, dass unsere Gastgeberinnen über die Saison gesehen, auch mit Blick auf das Hinspiel, die bessere Mannschaft war, aber wir alle wollten gegenhalten und uns anständig verkaufen.

Ein Satz mit X – das war wohl nix.

Wir verloren das Spiel sang- und klanglos mit 16:38. Dass wir diese Partie verloren, war letztendlich verdient. Keine Frage, unsere Gastgeberinnen waren uns spielerisch überlegen. Das erkennen wir auch an. Die Art und Weise unserer Niederlage erkennen wir dagegen nicht an.

In der ersten Halbzeit hielten wir noch ganz anständig dagegen. In der Verteidigung sah das Spiel ganz gut aus, da haben wir aber auch schon beherzter und aggressiver gespielt. Die Spielzüge unserer Gastgeberinnen konnten wir sehr gut verteidigen, da gibt es nichts zu kritisieren. Aber unseren Gastgeberinnen gelang es immer wieder, durch einfache Doppelpässe, meist von der Mitte auf Halblinks und zurück, unsere komplette Abwehr auszuspielen. Das darf natürlich so nicht sein. Von den angebrachten Würfen konnte Anna im Tor einige wenige parieren, die meisten Würfe fanden allerdings ihr Ziel. Im Angriff hatten wir durchaus etliche und auch gute Chancen, aber die große Mehrheit der Würfe war ungenau; die Würfe wurden recht einfach gehalten oder verfehlten ihr Ziel ganz klar. Die Angriffe spielten sich viel zu dicht vor der Abwehr ab, einige der Pässe konnten so mühelos abgefangen und im Konter zu einigen einfachen Toren verwertet werden. Das war sehr unbefriedigend, denn hier haben wir schon sehr viele Möglichkeiten liegengelassen, um zur Pause mit einem akzeptablen Rückstand die zweite Halbzeit vorzubereiten. So aber konnten unsere Gastgeberinnen, die nicht wirklich viel stärker waren, eine deutliche Pausenführung mitnehmen.

Kurze Halbzeitansprache, in der die Fehler der ersten Halbzeit, vor allem im Deckungsverhalten thematisiert wurden, dann ging es wieder auf die Platte. In der zweiten Halbzeit bot sich jedoch, sehr zum Erschrecken aller, ein ganz anderes Bild. Unsere Mannschaft wirkte konfus, ideenlos und uninspiriert. In der Abwehr wurde nicht mehr dagegen gehalten, statt dessen wurde den Gastgeberinnen der Weg zum Tor oft freiwillig freigemacht. Was war da los? So geht das nicht, auch wenn man ob des Spielstandes und anderer Umstände, dazu unten mehr, deutlich hinten liegt. Eine Aufforderung in der Halbzeitpause war unmissverständlich: Wir geben uns und das Spiel nicht auf, es wird gekämpft! Aber wo war der Wille, der Einsatz und die Leidenschaft? Mädels, darüber müssen wir reden! Der Torwartwechsel in Halbzeit 2 verpuffte so in die Wirkungslosigkeit; auch Natsch hatte keine Chance zu parieren. Und auch im Angriff lief nur noch wenig zusammen, war unser Spiel ideenlos und uninspiriert. Sieben Tore in 25 Minuten sind, bei allem Respekt vor der Abwehrarbeit unserer Gastgeberinnen, nicht wirklich famos. Die wenigen Chancen, welche herausgespielt wurden, wurden oft kläglich vergeben.

Letztlich setzte es eine sehr hohe Niederlage. Dieser Misserfolg hat seine Ursachen, keine Frage. Wir spielten als junger Jahrgang der wJB, die Hälfte der Spielerinnen noch mit Spielberechtigung in der wJC, gegen eine Mannschaft des älteren Jahrgangs. Das macht viel aus, hier liegen rund zwei Jahre Lernen und Trainieren dazwischen. Allerdings gab es auch andere Ursachen. Wir hatten wirklich sehr viel Pech mit Verletzungen. Vicky und Alina fielen schon früh mit gesundheitlichen Problemen aus, etwas später mussten auch Maria, Mette und Janice passen und konnten das Spiel nicht fortsetzen. Taktische Anweisungen der Trainerbank wurden überhaupt nicht mehr umgesetzt. Obendrauf kam noch eine gehörige Portion Schlafmützigkeit. Damit meine ich noch nicht einmal die fehlende Abwehrleistung bei einfachen Doppelpässen. Vielmehr kann es nicht sein, dass in der Abwehr einem Ball nicht hinterhergegangen wird, dass dieser an der 6-m-Linie von einer Spielerin unserer Gastgeberinnen ohne Bedrängnis, mit etwa drei Meter Abstand zur nächsten Spielerin unseres Teams aufgenommen und wie im Training ein Tor geworfen wird. Es kann nicht sein, dass bei Ballverlust keine Spielerin sich in der Lage fühlt, sich auf den Ball zu werfen. Und es kann nicht sein, dass bei einem angesagten Spielzug,  dieser kopflos torpediert wird und durch mangelnde Konzentration sein frühzeitigen Ende fand. Mädels, das war wahrlich keine Meisterleistung, da müssen wir unbedingt konzentrierter und besser agieren in Zukunft!

Einen großen Beitrag leisteten aber auch die beiden Schiedsrichter mit vielen fragwürdigen Entscheidungen, welche allerdings auf beiden Seiten fielen. Vor allem eine völlig unterschiedliche Bewertung des Stürmerfouls haben uns ein großes Fragezeichen beschert. Wenn die Halblinke von Mölkau in der zweiten Halbzeit permanent die Schulter runternimmt und wie ein Rammbock durch die Abwehr geht, ist es kein Stürmerfoul, wohl aber, wenn Maria mit offener Körperhaltung versucht, die offene Lücke zu nutzen? Das war schon sehr fragwürdig. Auf beiden Seiten wurde deutliches Spiel im Kreis übersehen und auch regeltechnisch waren keine Entscheidungen fundamentiert. Die Unparteiischen ließen sich stark vom Publikum beeinflussen und waren dem Druck schlicht und ergreifend nicht gewachsen. So entstanden angeblich passive Spielsituationen nach gespielten 15 Sekunden im Angriffsverhalten. Die Abstimmung der Schiedsrichter untereinander stellte ebenfalls eine unüberwindbare Hürde dar und sorgte für Sprachlosigkeit auf der Trainerbank, bei dem angereisten Publikum und unseren jungen Spielerinnen. Es gab reichlich Tränen und Wut. Keine Frage, die Unparteiischen tragen keine Verantwortung für die Niederlage, doch hätte ein klares und strukturiertes Auftreten dem Spiel mehr  Glanz und Handballcharme verliehen. Das diese Niederlage klar verdient war, daran bleibt nichts auszusetzen.

Das nächste Spiel ist das Halbfinale im Bezirkspokal. Wir sind zu Gast bei der SG Germania Zwenkau. Dort wollen wir uns wieder in gewohnter Stärke präsentieren und mit schönem Handball begeistern!



Es kämpften für den LHV Nord: Anna P., Natalie – Maria, Vicky, Lea, Elisabeth, Josephine, Mette, Luisa, Johanna, Janice, Jessica, Alina, Anna S. sowie Marlene und Emma (von der Bank aus)



LHV Nord – Aus Liebe zum Sport