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Die Tugenden des Handballs

Mittwoch, 1. Mai, 2019 | Frauenmannschaft

LHV Nord - SG Rückmarsdorf-Löbnitz

Der letzte Heimspieltag stand vor der Tür. Das letzte Mal hieß es für die Damen vom LHV Nord für diese Saison alle Kräfte zu mobilisieren und sich mit einem guten Gefühl von den vergangenen 22 Spielen zu verabschieden. Dafür benötigt man in der Regel einen befreiten Kopf, eine gepackte Sporttasche, Willenskraft, Konzentration und Spaß am kollektiven Handball spielen. So pushte man im Vorfeld die Damen mit diesem Leitfaden zu arbeiten und trotz reduziertem Kader heute auf das Gaspedal zu drücken. Eine der Tugenden, welche heute zum Siegen beitragen könnte, war die beherzte Abwehrarbeit. Das Spiel wurde von den Unparteiischen angepfiffen und schnell wurde ersichtlich, dass in der Defense heute eine sehr entschlossene Formation vorzufinden war. Die offensive Verteidigung sollte den Gastgeberinnen die Möglichkeit eröffnen im Umschaltspiel deutlich schneller zu agieren und Ballgewinne in den eigenen Reihen schaffen. Unsere Gäste versuchten im Angriffsverhalten über zahlreiche Kombinationen einen Weg durch die stabile Formation zu finden. Allerdings, so muss man festhalten, strahlten die Damen eine starke Willenskraft aus und zwangen unsere Gäste zu Würfen aus ungünstigen Wurfpositionen. Einen kleinen Puffer konnten sich die jungen Damen dadurch gleich zu Beginn der Partie (6:3) verschaffen. Eine weitere Tugend des Handballsports ist die Konzentration fortlaufend über die gesamte Spielzeit. So befand sich der Leipziger HV in der Situation, durch die erstarkende Abwehr, Möglichkeiten für den Angriff zu erspielen. Geboten wurde dem heimischen Publikum ein breites Spektrum und ein gutes Gemisch aus Umschaltspiel, Auftakthandlungen und Kombinationsspiel, doch immer wieder mangelte es an einigen Stellen am Torabschluss. Trotz das der Vorsprung beständig ausgebaut wurde, musste man Abstriche machen, denn 7 mal fanden 100%ige Torchancen nicht den Weg ins Netz. Nichts desto trotz wusste man sich heute immer wieder durch die Abwehrleistung zu etablieren und raubte den Gästen in Halbzeit 1 sichtbar die Lust am Spielen. Abgesehen von der Ausbeute ließ sich nur wenig bemängeln in den ersten 30 Minuten (13:8). Solch einer Leistung bedarf es natürlich auch einiges an Kraftaufwand und so verdeutlichte man in der Halbzeitansprache, dass es jetzt umso wichtiger ist die klaren Gelegenheiten für uns zu entscheiden. Zurück auf der Platte fand man nach einem kurzen, holprigen Start in der zweiten Hälfte wieder zur formidablen Form und baute bis zur 48.ten Spielminute den Spielstand aus (19:13). Bis zu diesem Zeitpunkt ein Punktspiel mit Potenzial! Die letzten zehn Minuten brachen an und jetzt wurde deutlich, dass es ein zäher Kampf um die Tore werden wird. Abermals verschusselte die Heimmannschaft wichtige Möglichkeiten, um den Gästen den letzten Mut zu rauben eine Aufholjagd zu starten. Diese leckten jedoch Blut und nutzten die Gunst der Unkonzentriertheit, um Schritt für Schritt am Spielergebnis etwas zu verändern. Die letzte Crunchtimephase rückte näher. Noch 4 Minuten zu spielen (23:20)! Im Angriff gelang uns kein Gewinn mehr, technische Fehler und unplatzierte Abschlüsse waren zu sehen. Somit bissen die Damen am Ende der Partie in den bitteren Turnschuh und mussten ein Unentschieden in Kauf nehmen (23:23).
Die Enttäuschung war ersichtlich, doch retroperspektiv betrachtet, war dieses Unentschieden auch eine Form von Sieg. Im Hinspiel kassierten unsere Damen eine dicke Auswärtsklatsche (26:17). Heute, so lässt sich zusammenfassen, waren wir die bessere Mannschaft, ein Kollektiv mit viel Lust auf mehr und die Truppe, welche im Laufe der Saison eine gute Entwicklung genommen hat. Das uns diese Saison in dem ein oder anderen Spiel der kühle Kopf fehlte, ist ein Defizit, welches sich perspektivisch schnell zum positiven entwickeln kann. Nur an diesen gesammelten Erfahrungen und Emotionen wächst ein guter Sportler. So gehen unsere Frauen mit dem positiven Abschluss in die Saisonpause und dann heißt es ab den frühen Sommermonaten: Feuer frei bei der Saisonvorbereitung!

„Das Fazit der Saison 2018/2019 für unsere Frauenmannschaft vom LHV Nord fällt überwiegend positiv aus.
Nach anfänglichen Unruhen in der Mannschaft und der vermutlich dadurch geschuldeten unteren Platzierung mussten neue Strukturen geschaffen werden. Nach erfolgreicher Umsetzung dieser war eine positive Wandlung zu verzeichnen.
Ziel von uns, dem neuen Trainerteam, war es, aus jeder Spielerin das Maximale herauszuholen und den LHV Nord im Mittelfeld der Tabelle zu platzieren.
Eine Steigerung, nachdem sich die Spielerinnen gefunden hatten, sich integrierten und jede Einzelne Ideen in die Mannschaft einbrachte, war über den Saisonverlauf danach deutlich zu sehen.
Die Frauen starteten mit 2:16 Punkten in die Saison, nach dem letzten Spiel belegten wir einen guten 8. Platz mit 17:27 Punkten (7 Siege, 3 Unentschieden und 12 Niederlagen).
Abschließend bedanken wir uns recht herzlich bei allen Zuschauern, Unterstützern und Eltern, die uns diese Saison tatkräftig angefeuert und unterstützt haben.
Wir freuen uns auf die kommende Saison 2019/2020 mit Euch!”

„Aus Liebe zum Sport “